BOB kritisiert den ersten Klimaschutzbericht der Stadt Osnabrück als statistisch fragwürdig !


Im NOZ-Artikel vom 2.6.2020 zum 1. Klimaschutzbericht der Stadt Osnabrück wird der falsche Eindruck erweckt, dass der Sektor „Verkehr“ mit zunehmender Tendenz als größter Verursacher anzusehen ist. Diese einseitige Interpretation der Emissionsdaten ist auch nachweislich der lt. NOZ veröffentlichten Daten falsch!

Zwar weist der „Verkehr“ im Gegensatz zu den übrigen Emittenten Zuwachsraten auf, die jedoch dank des Zuwachses umfreundlichere Verkehrsmittel und Antriebe und mit + 11 % deutlich geringer ausfallen als die Verkehrszuwächse im selben Zeitraum mit rd. + 30%.

 
Viel wichtiger für eine emissionsarme Umwelt sind jedoch die nach wie vor viel stärkeren CO2-Emittenten Energieversorgung (mit immer noch viel zu hohem Kohlestromanteil), Haushalte und Industrie! Sie machen nach wie vor über drei Viertel aller CO2-Emissionen auch in Osnabrück aus! Auch die pauschale Behauptung des NOZ-Autors, dass nur der Sektor „Verkehr“ städtischerseits maßgeblich beeinflussbar sei, ist nicht haltbar.
 
Sind die Zahlen wirklich so schlecht, wie es hier der erste Klimaschutzbericht suggerieren will ?
Bedenkt man, dass seit 1990 die PKW Zahlen und die gefahrenen Kilometer um mehr als ein Drittel zugenommen haben, dann sieht es mit der Bilanz schon ganz anders aus. Stickoxide, Co2, Feinstaub sinken kontinuierlich in Deutschland, trotz ansteigender gefahrener Kilometer. 
Ebenso stellt die Studie die Situation nur bis 2016 dar – neuere Motoren, zunnehmende E Mobilität, mehr Diesel schaffen weitere Co 2 Senkungsansätze. Der übliche Reflex nach dieser Studie wird die Stärkung des nicht nur in Corona-Zeiten unattraktiven Nahverkehrs in Osnabrück sein. Gegen eine Steigerung ist auch nichts einzuwenden, statt Verbote sollten hier aber Anreize geschaffen werden. Weiterhin kann die Stadt unproblematisch an weiteren Stellgrößen drehen: Größter Co2 Emittent sind die privaten Haushalte.
 
 
BOB im Juni 2020